„Alter. Zieh dir das mal rein.“ Dazu ein Screenshot: eine Grafik aus dem Wall Street Journal. Das sind SMS, die ich mag. Kurz, prägnant und zugleich inhaltlich brisant. Die Grafik zeigt Trump-Sympathie, aufgeschlüsselt nach Religion. Sechs kleine Kurven, zehn Jahre, auf und ab. Eine sticht heraus: die weissen evangelikalen Protestanten. Weit über dem amerikanischen Durchschnitt ist ihre Unterstützung für Trump Jahr für Jahr konstant hoch.
Diese Trump-Unterstützung evangelikaler Christen beschäftigt mich – persönlich wie theologisch. Meine Frau hat sieben Jahre in den USA, in Kansas, gelebt. Dadurch haben wir amerikanische Freunde, liebe Christen-Menschen, die zweimal Trump gewählt haben. Jedes Mal, wenn sie uns in den letzten Jahren besuchten, suchte ich das Gespräch darüber – freundschaftlich und klar zugleich. Solche Gespräche helfen mir, sie besser zu verstehen. Aus ihrer konservativen Sicht war die demokratische Politik der letzten Jahre schlicht nicht mehr tragbar. Sie erlebten die Obama- wie auch die Biden-Administration als Regierungen, die an ihnen vorbeiregierten. Sie empfanden sich von dieser Administration zunehmend als ungerecht behandelt. Wer so empfindet, sehnt sich nach jemandem, der einen Neustart ermöglicht.
Bei allem Verständnis kann ich ihre Wahl nicht gutheissen. Denn ich glaube nicht, dass Trump einfach für die Rückkehr zu einer konservativen Politik steht. Für mich unterwandert er bewusst und absichtlich das demokratische System selbst – Stück für Stück, in Richtung einer Autokratie. Etwa die Ereignisse des 6. Januar 2021 oder die Tatsache, dass im offiziellen Trump-Shop Kappen mit der Aufschrift „Trump 2028″ erhältlich sind, weisen für mich in diese Richtung. „Trump 2028 – das wird nicht passieren“, beteuern mir meine Freunde. Ich hoffe, sie haben recht. Dass einige Evangelikale in den USA jedoch so weit gehen, in Trump eine Art gesalbten König Kyros zu sehen, und damit zeigen, dass sie sich einen König geradezu wünschen, einen, der als Werkzeug Gottes die USA wieder aufrichtet, lässt mich befürchten, dass gewisse Christinnen und Christen gegenüber einer dritten Amtszeit Trumps gar nicht abgeneigt wären.
Genau hier geht es plötzlich um mehr als um amerikanische Parteipolitik. Es geht um etwas, das alle Christinnen und Christen betrifft – und letztlich unsere gesamte westliche Gesellschaft: Welche Regierungsformen sterben wir an? Und damit verknüpft: von wem und wie erhoffen wir uns Erlösung? Getrieben von diesen Fragen und Sorgen habe ich diesen Sommer Peter Sloterdijks Buch „Der Fürst und sein Erbe“ gelesen. Er warnt vor der Unterwanderung unserer Demokratien und zeigt nüchtern, wie es dazu kommt, dass weltweit wieder vermeintliche Fürsten zurückkehren.
Der biblische Sündenfall politisch gedeutet
Sloterdijk greift die biblische Geschichte vom Sündenfall auf. Sie stellt für ihn einen dreifachen Fall dar. Wir fallen nicht nur aus dem Paradies. Wir fallen zugleich in den Staat. Theologisch gesprochen: Der Bruch geht nicht nur durch mein Verhältnis zu Gott, sondern mitten durch die Beziehungen zu meinen Mitmenschen. Nicht nur das Paradies ist uns verstellt, auch unser Zusammenleben ist beschädigt. Wir unterdrücken einander, wir schliessen einander aus, wir finden immer wieder zu unheilvollen Formen des Miteinanders.
Mit der Sünde kommt die Sehnsucht nach Erlösung. Dies gilt auch für den Fall in den Staat: Jede Regierung, jede Regierungsform – von der Diktatur bis zur Demokratie – trägt ein Heilsversprechen in sich. Sie verspricht, das misslungene Miteinander zu ordnen und ein gutes Leben möglich zu machen. Keine Herrschaft kommt ohne dieses Heil-Versprechen aus. Für mich zeigt Sloterdijk hier etwas Zentrales: Politik ist nie nur Verwaltung. In ihr steckt immer die Hoffnung auf Heil und damit auch unser Verständnis von Erlösung im Hier und Jetzt.
Schauen wir – sehr vereinfacht – auf den Weg der Herrschaftsformen im Westen, dann führt er vom gotterwählten König zum volksgewählten Politiker. Das Zweite nennen wir Demokratie. Der Schlüssel heisst Volkssouveränität. Nicht mehr der Wille des Königs geschehe, sondern der Wille des Volkes. Souverän, bestimmend, ist das Volk.
Klingt gut. Nur: Was ist der „Wille des Volkes“? Hier beginnt das Problem. Sloterdijk führt es auf Rousseau zurück. Ein Wille, so wusste Rousseau selbst, ist etwas, das eigentlich nur einer einzelnen Person zukommt. Ein Wille im Plural aber, ein gemeinsamer Wille vieler verschiedener Menschen – den gibt es so nicht. Es gibt nicht den einen Willen einer Gruppe, es gibt nur viele Menschen, die vielleicht Ähnliches, aber nie genau das Gleiche wollen. Und genau das ist die eigentliche, die eingebaute Krise der Demokratie: Sie beruft sich auf einen Volkswillen, den es in dieser Einheitlichkeit nie geben kann.
Sloterdijk wird an dieser Stelle sehr scharf. Er nennt den eiligen Sprung vom „Ich“ zum „Wir“ – vom einzelnen Willen zum angeblich einen Willen des Volkes – einen dritten Sündenfall:
„In dem Pseudosingular peuple kondensiert sich eine Operation, die man […] nicht anders als die dritte Erbsünde nennen kann. Sie besteht in dem gewaltträchtigen Versuch, das einzelne Ich zu enteignen, um es in einem Plural zu ertränken.“ (S. 74)
Das einzelne Ich zu enteignen, um es im Wir zu ertränken – ist die Gefahr jeder Gemeinschaft und damit auch jeglicher Regierungsform.
Von der Abbruchkugel zum Thron – der Weg zum demokratisch legitimierten Fürsten
Wie geht die Demokratie mit dieser Krise um? Sie behilft sich, indem die Bürgerinnen und Bürger ihren Willen abgeben und sich vertreten lassen. Wir delegieren unsere politische Verantwortung. Wir wählen Menschen, die für uns regieren sollen. Das ist ein nachvollziehbarer Lösungsansatz, der aber punkto einheitlichem Willen unvollkommen bleibt. Denn auch die kleinere Gruppe der Gewählten einigt sich nie ganz, und was am Ende herauskommt, sieht selten aus wie das, was der einzelne Bürger wollte, geschweige denn einem einheitlichen Volkswillen entspricht.
Je länger sich Bürgerinnen und Bürger dabei weder verstanden noch repräsentiert fühlen, umso stärker wächst ein Ohnmachtsgefühl, das eine gefährliche Versuchung mit sich bringt. Die Versuchung Ungerechtigkeit mit Macht zu begegnen. Das ist die Verlockung der Abrissbirne. „Wir brauchten einfach jemanden, der diese verworrene Regierung, die an uns vorbeiregiert, endlich abreisst. Wir brauchten einen Wrecking Ball – eine Abbruchkugel.“ So begründen meine amerikanischen Freunde ihre Wahl. Auch wenn ich diesen Impuls verstehen kann, finde ich ihn problematisch. Sloterdijk zeigt, wohin dieser Impuls kippen kann. Aus dem Wunsch, endlich möge einer den Volkswillen einheitlich verkörpern, wird die Wahl eines starken Mannes. Und dieser starke Mann tritt auf als die Personifikation des einen Volkswillens: Ich bin der Wille des Volkes. Das ist – wir haben es gesehen – eine Illusion, denn diesen einen Willen gibt es nicht. Aber genau daraus zieht er seine Legitimation. Und wer sich so legitimiert, muss alle Stimmen, die abweichen, zum Schweigen bringen. Sie stören das Bild der Personifizierung des wahren Volkswillens im eigenen Amt.
So kehrt der König zurück und wir sind wieder beim Alleinherrscher. Ich will nicht behaupten, das geschehe mit Naturgesetzlichkeit; sonst wäre jede Demokratie längst zusammengebrochen. Aber es ist eine latente Versuchung, die durch das ungelöste Problem des Volkswillens Teil jeder Demokratie ist. Wird dieser Versuchung nachgegeben, ist der zurückkehrende Fürst wahrscheinlich schlimmer als der alte. Denn der alte König wusste sich wenigstens von Gott begrenzt, einem Gericht unterstellt, das über ihm stand. Der neue sieht sich als legitimen Vertreter des Volkes – über ihm steht niemand mehr.
Dies ist nicht nur ein politisches, sondern auch ein theologisches Problem
Gerade als Christ finde ich diese Überlegungen von Sltoerdijk hochproblematisch. Und hier kommen wir zu einer Stelle, die mich seit Wochen nicht loslässt.
Die Reformation hat einen Gedanken in die Welt gesetzt, dessen Sprengkraft wir bis heute nicht ausgeschöpft haben. Luther hat den ganzen kirchlichen Apparat, der sich zwischen Gott und Mensch geschoben hatte, beiseitegeräumt und jeden Menschen zum Priester erklärt. Das Heil lässt sich nicht delegieren. Keine Institution, kein Priester kann meine Beziehung zu Gott für mich führen – so wenig, wie jemand anders meine Ehe für mich führen oder meine Freundschaften für mich pflegen kann. Sloterdijk zieht daraus eine Schlussfolgerung, die in ihrer Konsequenz atemberaubend ist:
„Wenn Luther in einem Akt revolutionärer Spiritualität den sakramentalen und ekklesialen Apparat der römischen Traditionskirche beiseite räumte und jeden Mann zum Priester, jede Frau zur Priesterin erklären konnte, so drängt sich die Frage auf, warum man nicht ebensogut jeden Mann zum König, jede Frau zur Königin erklären sollte. […] Tatsächlich ist jeder Mann König, jede Frau Königin, allerdings werden wir uns davor hüten, es ihnen unverblümt zu sagen.“ (S. 80)
Wenn alle Kinder Gottes sind, sind alle berufen, Königinnen und Könige zu sein. Wir fürchten uns, dies allen Menschen zuzusprechen. Und ich meine: Gerade wir Christinnen und Christen sollten uns nicht davor hüten, es den Menschen zu sagen. Wir sollten ihnen ihr Potenzial und ihre Verantwortung vor Gott zusprechen – und sie darin ausbilden und bestärken, gerade in der Art, wie wir Glauben leben und Kirche gestalten. Nicht-Delegierbarkeit heisst dabei nicht, dass nun jede und jeder sein eigenes kleines religiöses Königreich regiert. Das Evangelium ist keine Privatsache. Es erzählt davon, dass Gott eine neue Gemeinschaft schafft. Der Punkt ist nicht Vereinzelung, sondern das gemeinsame Ringen mündiger Menschen um die Art und Weise, wie wir zusammenleben wollen.
Eine unheilvolle Trennung – wenn Jesus gut fürs Privatleben ist, aber zu schwach, um die wirklichen Probleme des Landes anzugehen
Dabei begegnet mir in gewissen kirchlichen Kreisen immer ein Einwand: „Solche Ansätze sind schön und gut fürs kirchliche Miteinander der Gläubigen – aber der Staat und die internationale Politik funktionieren nach anderen Massstäben – hier braucht es Macht und Durchsetzungswillen.“ Dieser Text ist nicht der Ort, um auf das komplexe Verhältnis von Kirche und Staat einzugehen. Sicherlich, das Miteinander unter Christinnen und Christen gestaltet sich anders als im Staat, der unterschiedlichste Weltansichten und Werte vereint. Mir geht es um etwas anderes.
Ich befürchte, dass sich hier im christlichen Miteinander bis hin zur eigenen Gestaltung des alltäglichen Lebens eine unheilvolle Trennung einschleicht. Wir sperren die ohnmächtige Liebe Jesu ins Private und Kirchliche und greifen im Öffentlichen zur harten Hand. In der Kirche sind wir nett und freundlich und ringen um die Weiterentwicklung unseres christlichen Glaubens – wie andere sich im Gym um ihre persönliche Fitness bemühen. Und im politischen Öffentlichen werden starke Player unterstützt, die mit Macht die Durchsetzung unseres Willens und den Erhalt guter christlicher Werte durchdrücken – ganz egal, ob sie dies nun mit Nächstenliebe und Demut tun.
Dabei steht nicht weniger als unser Gottesbild, unsere Theologie auf dem Spiel. Als Christen beten und leben wir dafür, dass sich Gottes Wille, sein Reich, im Himmel wie auf Erden verwirklichen möge. Gott hat einen Willen. Gott wünscht sich, dass sich sein Reich – seine Version von unserem Zusammenleben – in dieser Welt durchsetzen möge. Dabei ist das höchste Gebot, das Zentrale in Gottes Reich und Willen, die Liebe. Liebe lässt sich nicht verordnen, ohne aufzuhören, Liebe zu sein. Das Wie des Regierens ist Teil dessen, was regiert wird. Gottes Reich lässt sich eben nicht mit Gewalt und Stärke anordnen oder durchsetzen. Gewiss gebraucht Gott auch weltliche Macht – Kyros, den Perserkönig, ebenso wie den Staat, der nach Paulus „das Schwert trägt“, um dem Bösen zu wehren (Röm 13). Doch Macht kann bändigen, ordnen, schützen – ein Herz gewinnen kann sie nicht. Noch nie wurde jemand mit Gewalt in Gottes Reich hineingeliebt. Wer eine starke Regierung, die die eigenen Werte durchdrückt, für das Reich Gottes hält, verwechselt das Schwert, das die Ordnung hält, mit der Liebe, die das Reich ist.
Nirgends wird dies so deutlich wie in Tod und Auferstehung Jesu Christi. Seine Jünger erhofften, er würde mit aller Gewalt das römische Regime umstürzen. Stattdessen starb er machtlos am Kreuz. Doch genau dieser Akt ist Christi eigentliche Inthronisation. In dieser absoluten Aufgabe jeglicher Macht steckt die grösste Macht zur Veränderung. Das Kreuz ist nicht Gottes Schwäche-Phase, sondern die endgültige Gestalt seiner Herrschaft. Und dies wird auch nicht anders sein, wenn einmal die Zeit kommt, auf die Christinnen und Christen hoffen und in der Gottes Herrschaft in Christi Wiederkehr vollends errichtet wird. Auch dann wird Gott in Christus ein König sein, der kein König sein will – sondern uns alle einlädt, mitzuregieren, und es nicht zulassen wird, dass wir diese Verantwortung an ihn abdelegieren. Dies zeigt sich etwa in Stellen wie Jeremia 31 – wo die Rede davon ist, dass er seinen Willen in jedes Herz schreiben wird. Da gibt es keine vermittelnde Distanz mehr, keinen König – alle sind zum Mitregieren eingeladen und aufgefordert.
Wir können unsere Regierungsverantwortung nicht abgeben – weder an einen weltlichen König, eine Kirchenleitung noch an Gott selbst. Er selbst weigert sich, der Alleinherrscher zu sein, an den wir uns ausliefern könnten. Das heisst nicht, wir müssten alles allein tragen. Viel mehr sind wir eingeladen mitzugestalten. Gott will die Verantwortung nicht anstelle von uns übernehmen, noch uns gänzlich übertragen, sondern lädt uns ein mitzuregieren.
Darin besteht für mich das zentrale politische Anliegen des Christentums. Ich glaube nicht, dass es eine christliche Politik gibt. Für rechte wie für linke Positionen, für einen schlanken wie für einen sozialen Staat lassen sich christliche Gründe anführen. Wer behauptet, es gebe die christliche Politik, beendet in Wahrheit jede Politik – denn dann wäre jeder Widerspruch, jeder Diskurs schon Widerrede gegen den göttlichen Willen. Darum halte ich es für richtig und wichtig, dass Christinnen und Christen sich über das ganze politische Spektrum verteilt engagieren, streiten, ringen.
Das eigentlich Politische im Christentum ist für mich die Aufforderung zur gemeinsamen Verantwortung für unser Miteinander. Ich kann die Versuchung dagegen nachvollziehen: Wer Ungerechtigkeit und Ohnmacht erlebt, greift irgendwann nach der Macht – endlich einer, der durchgreift, endlich Gerechtigkeit, mit Macht erzwungen. Doch das Evangelium weist einen anderen Weg: nicht das Schwert, sondern das Kreuz. Jesus hätte durchgreifen können und tat es nicht; gerade in der Ohnmacht des Kreuzes erweist sich die wahre Kraft Gottes, und dort wird seine Gerechtigkeit wirklich – nicht die, die wir erzwingen, sondern die, die er schafft.
Darum ist für mich „unchristlich“, das System auszuhebeln und einen König einzusetzen, der vermeintlich in Gottes Sinn mit Macht durchgreift. Das ging schon mit Saul nicht gut aus, es ging mit Konstantin nicht gut aus, und es wird mit Trump nicht gut ausgehen. Denn hier wird die eigene Verantwortung abgegeben, und Glaube und Ethik werden zum Zwang. Doch Glaube und die Lebensform, die aus ihm folgt, sind Gnade, ein Geschenk – man kann sie so wenig anordnen, wie sich mit dem Schwert die Gerechtigkeit Gottes erzwingen lässt.
Die Herausforderung, das eigene Kreuz auf sich zu nehmen
Und darum beunruhigt mich die eingangs erwähnte Grafik. Sie zeigt, dass gerade die Gruppe weisser, evangelikaler Christen am meisten mit Trump sympathisiert. Aus meiner Perspektive tun sie dies, weil sie sich erhoffen, dass durch ihn das christliche Amerika wiederhergestellt wird. Die Interpretation zwingt sich auf, dass es bei der Unterstützung für Trump weniger um christliche Anliegen geht als vielmehr um den Erhalt eigener Privilegien. Beweggründe lassen sich aus Statistiken nicht ableiten. Entsprechend ist die These, dass diese Gruppen mit Trump sympathisieren, weil sie sich als ungerecht behandelt sehen und sich daher eine Durchsetzung verlorener Werte und Privilegien erhoffen, eine Interpretation.
Letztlich ist hier nicht der Ort, über Menschen in einem anderen Land zu urteilen. Mein eigenes Anliegen ist es, dass ich mir selbst erhoffe, als Christ im Angesicht von erlebter Ungerechtigkeit und eigener Ohnmacht den Mut und die Kraft zu haben, dem vermeintlich machtlosen Weg Jesu Christi nachzufolgen und gerade dann bereit zu sein, mein eigenes Kreuz auf mich zu nehmen. Meine Überzeugung ist es, dass, wenn wir in solchen Situationen zur Macht greifen, wir das Evangelium selbst verraten. Das Mittel widerspricht der Sache. Und darum fürchte ich, dass die Unterstützung Trumps genau das untergräbt, wofür Christinnen und Christen eigentlich einstehen möchten: die Weitergabe eines Glaubens, den man nur geschenkt bekommen und frei ergreifen kann.
Und nun, was machen wir damit? Auch Sloterdijk fragt sich am Ende seines Buches: „Was also bleibt zu sagen?“ Und er beantwortet seine Frage mit den Worten:
„Wäre die Menschheit als Ganzes katholisch, ihr Papst hätte ein allgemeines Konzil einzuberufen, um wie in letzter Minute die Selbstreform auf den Weg zu bringen. Da sie religionskulturell, konfessionell, ethnisch, politisch und ideologisch zersplittert ist, müssten die zahllosen Kräfte am Ort das Ihre tun, um üble Tendenzen aufzuhalten und lebbare Formen des Miteinanders zu kreieren.“ (S. 170)
Vor Ort lebbare Formen des Miteinanders kreieren. Dies ist für mich die konkrete Alternative zum starken Mann an der Spitze. So möchte ich Glauben leben und Kirche gestalten: Formen kreieren, die dazu einladen und auffordern, miteinander im gemeinsamen Gespräch mit Gott herauszufinden und zu entscheiden, wie wir leben sollen und wollen.
Aus rechtlichen Gründen, teile ich hier nicht die Statistik die ich per SMS erhalten habe sondern eine eigens mit KI erstellten Version davon, die auf den PRRI-Originaldaten basiert.

PRRI, „Trump Favorability Declines Among Republicans, Some Religious Groups“ (Feb. 2026) · PRRI, „Trump Favorability Amid Cracks in the Economy“ (Mai 2025)
Zum Schreibprozess: Gedanken, These und Argumentation sind meine eigenen. Ein KI-Sprachmodell habe ich als Gesprächspartner und Lektor genutzt – für kritisches Feedback zum Aufbau, gezielte Rückfragen, sprachliche Korrektur und einzelne Formulierungsvorschläge, die ich geprüft und überarbeitet habe.
