Erwartet, dann sind sie da
und schon wieder vorbei.
Ferien.
Wie geht es dir? Danach.
An diesem Sonntag. Vor dem Montag?
Erfüllt, voller Tatendrang für den Alltag.
Oder noch leer. Immer noch Bedürfnis nach mehr?
Elia ist auf der Seite Leer.
Das Herz aus dem Leib gearbeitet.
Ganz Fromm, für Gott.
Gerannt, gekämpft, geliefert.
Und dann, unter einem Strauch,
stönt er: Genug ist genug.
Kein Heldentod. Keine grosse Geste.
Ohne Publikum legt er sich hin. Und schläft.
Wer kennt es nicht. Wenn nichts mehr geht.
Die Kraft fehlt, die Tat, das Wort.
Diese gähnende Leer – die dich verschlingt.
Und dann sagt der grosse Andere:
Geh raus. Stell dich hin. Ich komm vorbei.
Ein Sturm kommt. Reisst Berge. Bricht Fels.
In aller Kraft, bleibt der Sturm leer.
Dann ein Beben. Der Boden kippt.
Alle Erschütterung bringt keine Veränderung.
Es folgt das Feuer. Brand, Hitze, Urkraft.
Doch es entzündet Nichts.
Dann in der Einsamkeit.
Ein stille Stille. Eine alles entleerende Leere.
Die Übersetzer ringen
ein sanftes, leises Säuseln.
Nein: der Ton eines leisen Wehens.
Oder doch: ein ganz leiser Hauch.
das Flüstern eines sanften Windhauches.
eine Stimme verschwebenden Schweigens.
Hörst du, was hier passiert?
Der Text versucht zu sprechen,
von was man nicht reden kann.
Sprache steht vor der Realität ihrer Majestät
und kapituliert.
*qol demama daqah* —
Stammelt hebräisch die Ursprache,
Ein Klang aus Schweigen.
Eine Stimme, der Stille.
Ein Ton, der nicht klingt.
Im Scheitern der Sprache
redet Gott.
Wenn das Nichts versagt Nichts zu bleiben.
Wenn die Stille an sich selbst bricht.
In diesem Riss im Leeren.
Schreitet aus dem Scheitern das Sein an sich.
Geht es uns nicht auch so?
Wann merkst du wer du bist?
Nicht, wenn du sprichst.
Sondern wenn dich jemand hört.
Und du daran zerbrichst.
Ich werde gehört.
Doch falsch verstanden.
Hier im Frust, wenn das Gespräch reisst.
Bleibt das Ungesagte, Ungehörte in dir zurück.
Und spricht, hier bin ich, dein ich.
In dieser Stille, diesem Riss, im Scheitern an dir selbst wirst du.
Wer Gott erkennt, findet sich und wer sich erkennt begegnet Gott.
Auch Gott schafft, durch Rückzug.
Fülle in der Absenz.
Tragender Abgrund.
Platz im Raum.
Zieht sich zusammen,
um so kleiner Gott ist, um so grösser wirkt Sie.
Lässt Leere — die Raum, die Leben Schaft.
Contra BigBang.
Weder im Knall, Sturm, Beben noch Feuer liegt die Schöpfungskraft.
Nicht der Urknall, sondern die ewige Still, wird bewohnt.
Ist dem so? Dann finden wir Gott wohl anders wo als oft gedacht.
Nicht wo wir Raum nehmen, volltönen und pfauig herumstolzieren.
Sondern wo wir fragend ihm Raum stehen.
Im Verstummen. Im Scheitern. In der Stille Raum geben.
Wenn Kraft, Tat und Wort fehlen — fängt Gott in uns an.
Hier zieht Elia seinen Mantel übers Gesicht.
Im Verhüllten, im Ungeschützten, spricht die Frage.
Keine Berufung. Keine Lösung.
Eine Frage: Was hast du hier zu tun?
Und schickt ihn mutig zurück ins Leben.
Die Ferien sind vorbei.
Sonntag vor Montag.
Und vielleicht ist die Leere die du spürst kein Mangel.
Ist sie der Raum, in dem anfängt, was Gott mit dir vorhat.
Halt sie aus. Lang genug. Dann geh.
Wag es zu versuchen. Zu scheitern.
Um wieder zu schweigen.
Auf dass, dir Gott begegnet
ein stilles Sausen, ein leises Wehen,
verschwebendes Schweigen zu dir sprechen kann.
Amen.
Dieser Preacher Slam wurde im Rahmen vom neuen Format „Einfach X Still“ von NeoPaleo – dem partizipativen Kirchenprojekt im Kirchenkreis drei – vorgetragen. Herzliche Einladung bei diesem Gottesdienst vorbei zu schauen. Infos und Daten findet ihr unter neopaleo.ch
Die Grundlage für den Text Bildete die Bibelstelle 1. Könige 19, 11 – 13: „Der HERR sprach: Geh heraus und tritt hin auf den Berg vor den HERRN! Und siehe, der HERR ging vorüber. Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht im Winde. Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen. Als das Elia hörte, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel, ging hinaus und trat in den Eingang der Höhle. Und siehe, da kam eine Stimme zu ihm und sprach: Was hast du hier zu tun?„
Dieser Slam entstand im Dialog mit einem KI-Werkzeug: Thema, theologische Deutung und die tragenden Gedanken stammen vom Autor; die KI half beim Strukturieren und Ausformulieren eines Entwurfs, den der Autor anschliessend eigenständig überarbeitet und in seine eigene Sprache gebracht hat.
