Wihnachtszyt
bereits alti Erinnerig,
grau u starr.
Scho wieder isch Februar.
Übergang im Chilejahr.
Advent isch verbii
Faste due mer no ni.
Hie, züsche de Fescht,
i dere Zyt im Jahreskreis,
wo dr Alltag reist
frag i üs:
Was heisst das: Christ sii?
Als Christin im normale Trott,
dür’s Läbe ga mit Gott?
I ha zwöi Wort drbi.
Beidi fange si a mit I.
U es dritts
Stell dir vor; o mit I.
Das würdi gärn ersetze mit K.
Wie Kaki.
Oder Kiwi.
S erschte Wort
im Früchtechorb:
I wie Intuition.
Die sitzt bekanntlech im Buch.
Öb ä maximali Ranzespanni
hilft intuitiver z sii?
I weiss es ni.
probiers mal us…
Intuition, uf jede Fall
isch ke Magie.
Ke Zauber.
Meh Ä Ahnig.
Für das, wo stimmt.
Entscheide drbi:
dir sälber vertroue.
di dim Buchgfüeu avertroue.
u druf boue,
dass dis Innerste
scho wird wüss,
wies seu witer ga.
Darf me da?
Grad als Christin.
unbedingt!
Es isch ä fromme Blödsinn
we du versuechsch dür Gott z ersetze,
was du nid bereit bisch
dir sälber z gä:
Vertroue.
Je nach Prägig cha das überrasche.
„Was söu die unfrommi Masche?“
Mir si doch Sünder.
U Gfüeu si doch chrank,
u sicher nid g’sünder.
Genau. Sünder si mir au.
Doch hoffentlech
isch das i Christus verbii.
No immer mach i Sache falsch.
Aber die gueti Nachricht isch doch die:
i all üsne Fähler,
i mim Versäge,
schafft Christus
ä Uswäg,
ä Heiweg,
zrugg zum Ursprung,
is Hus vo Gott.
U dört hets ä fetti Badewanne.
Wer sech hie regelmässig wischt,
het ke Grund
sech sälber nid z vertroue.
Wer es neus Härz het,
cha tue, was er gspürt.
Wie dr alt Augustinus seit:
„Lieb Gott
u mach, was de wosch.“
De a das darfsch gloube:
dä Gott gloubt a di.
Er rechnet mit dir.
Drum grad als Christ:
isch dis Buchgfüeu ke Mist.
Also Vertrou dir.
Das heisst Intuition.
Denn chunnt s zweite I.
Inspiration.
Hie
redt Gott –
nid d Seel.
Ganz trenne lat sech das nie.
Aber s si unterschidlichi Bewegige:
Intuition seit: gang los du chasch da.
Inspiration flüstert: la los.
d Sicherheit.
d Kontrolle
La di selber los.
Will Inspiration
chunt nid vo dir.
Es Gschenk vo us.
wo Platz suecht i mir.
Doch wie söll das gaa:
sech la inspiriere?
Üs Schwizer fautt das schwär.
Meh im Norde cheus is besser.
Gloub mers – i rede us Erfahrig:
I läbe ä schwizerdütschi Ehe,
i Schwizer,
si Dütschi.
U mit de Dütsche isch es so:
Die lose nid.
Das darf i so pauschal säge.
De es isch ä Fakt.
Dütschi lose nid.
Deutsche hören.
Das wiederum mache mir Schwizer nid.
wir hören nicht
Mir lose.
U ja, mir ghöre.
Mir ghöre d Muetter schreie,
u lose nid, was si seit.
U will mir Schwizer nid höre,
sondern lose,
merke mir gar nid,
wie tief das Wort ghöre isch.
Ghöre isch zwöidütig.
Wie s Bärli:
das us Gummi zum ässe,
us verknaute am plätze.
Mir ghöre dr Lärm.
U mir ghöre zu Bärn
Also ja zumindes I…
uf jede fall
Ghöre mir dert zue,
wo mir häre lose.
Zum das z’ghör
sött mir viellech säge:
Mir g-lose dert zue.
Dr glych Deep Shit ligt im Uf-höre.
Wer ufhört,
hört uf sälber mache.
Fat a dr ander z’göre
äbe: uf d’Stimm lose.
O das cheu Schwizer schlecht
hey kes Gspür für Pause.
Numme Schaffe, Schaffe
Doch o du
hör uf, lose-uf.
wird eifachXstill
lose-uf d’schaffe.
u loss uf dä wo di inspiriert
Das si si gsi – die zweu I
Intuition u Inspiration
Was no blibt isch I wie Individum,
was i gern würd wandle zum K wie Kollektiv
Ä Christ isch kes Einzelkind
es geit nie drum,
dass I nur mir vertroue
nur i uf Inspiration boue.
Lass üs zäme nach wäge sueche
üs gägeseitig z’vertroue,
ä kollektive Intution entwickle.
Dass mir gmeinsam häre los
Dass mir üs nid verlüre im I.
Dass mir üs finde im Mir.
U villech isch genau das Glaube:
Vertrouens voll u unsicher
i allem gmeinsam statt einsam vorwärt ga.
Amen.
Dieser Preacher Slam wurde im Rahmen vom neuen Format „Einfach X Still“ von NeoPaleo – dem partizipativen Kirchenprojekt im Kirchenkreis drei – vorgetragen. Herzliche Einladung bei diesem Gottesdienst vorbei zu schauen. Infos und Daten findet ihr unter neopaleo.ch
Der Text wurde eigenständig vom Autor verfasst, ohne Einsatz von KI.
